79 % des Gelernten verpufft
Deutschland investiert jährlich 46 Milliarden Euro in betriebliche Weiterbildung (IW-Weiterbildungserhebung 2023). Ohne aktive Anwendung vergessen Teilnehmende bis zu 79 % des Gelernten innerhalb eines Monats. So beschreibt es die Ebbinghaus'sche Vergessenskurve, die seit über einem Jahrhundert repliziert wird.
Für viele Trainingsanbieter heißt das: Selbst durchdachte, hochwertige Programme entfalten nicht ihre volle Wirkung, weil zwischen den Sessions und nach Programmende die strukturierte Begleitung fehlt. Wiederholung, Reflexion und situatives Üben finden oft nicht statt.
Hinzu kommt eine zweite Herausforderung, die seltener benannt wird: Viele Trainingsanbieter befürchten, dass generische KI-Tools die sorgfältig aufgebaute Haltung ihres Programms verwässern. Wer jahrelang an Tonalität, Werten und pädagogischem Ansatz gefeilt hat, will nicht, dass ein Chatbot das Markenerlebnis untergräbt. Die Folge: KI wird gar nicht erst eingesetzt und das Transferproblem bleibt ungelöst.
Quellen: IW-Weiterbildungserhebung 2023 · Ebbinghaus (1885), repliziert durch Murre & Dros (2015) · Baldwin & Ford (1988); Brinkerhoff (2006)
Studien belegen diesen Effekt seit über einem Jahrhundert: Ohne Wiederholung vergisst der Mensch innerhalb weniger Tage bis zu 80 % des Gelernten. Die Ebbinghaus'sche Vergessenskurve verdeutlicht, wie entscheidend regelmäßige Anwendung für den langfristigen Wissenserhalt ist. Neuere Forschung bestätigt: Aktives Abrufen (Retrieval Practice) steigert den Transfer signifikant.
Ebbinghaus, H. (1885). Über das Gedächtnis.
Roediger, H. L., & Butler, A. C. (2011). The critical role of retrieval practice. Trends in Cognitive Sciences.
Baldwin, T. T., & Ford, J. K. (1988). Transfer of training. Personnel Psychology.
Dear Monday
Die Female Leadership Academy von Dear Monday begleitet Frauen über 6 Wochen in einem intensiven, digitalen Leadership-Programm. Die Programme sind Premium-Angebote, persönlich kuratiert, mit psychologischer Begleitung und einer Community von über 3.200 Absolventinnen.
Der Kurs erreicht einen NPS von 73 (Benchmark: 45). 95 % der Teilnehmerinnen berichten nach 14 Tagen über Verbesserungen.
Wie lässt sich das hohe Maß an individueller Begleitung und die Verankerung im Alltag noch weiter intensivieren?
Anforderungen an die KI-Lösung
- Fokus auf Lernprozesse während und nach dem Kurs
- Bestehende Kursmaterialien automatisch in dialogbasierte Übungen verwandeln
- Die Sprache, Haltung und Werte der Academy widerspiegeln
- Sensible Themen mit Feinfühligkeit adressieren
- DSGVO- und EU-AI-Act-konform, in Europa gehostet
„Monda", KI-Lernbegleiterin im Female Leadership Programm
Gemeinsam mit Ailentis entwickelte Dear Monday eine eigene KI-Lernbegleiterin: Monda. Eine persönliche Sparringspartnerin für Führungssituationen im Alltag.
Führungssituationen üben
Schwierige Feedbackgespräche, ein Nein gegenüber dem Team, Gespräche mit der eigenen Führungskraft. Monda simuliert realistische Szenarien.
Kursinhalte on demand
Statt in Unterlagen zu blättern, fragen Teilnehmerinnen direkt und erhalten kontextbezogene Antworten aus dem Kursmaterial.
Journaling und Fragen
Gezielte Fragen, um Gelerntes mit aktuellen Situationen zu verknüpfen und die eigene Entwicklung zu reflektieren.
Anwendung auf individuelle Fälle
Monda überträgt Inhalte auf individuelle Situationen: Vorbereitung auf ein konkretes Gespräch, Rollenspiel zu einer akuten Lage.
Werte als Designprinzip
Monda wurde nicht auf Effizienz optimiert, sondern auf Haltung. Jede Antwort spiegelt die Werte der Female Leadership Academy wider: empowernd, reflektiert, auf Augenhöhe. Sensible Themen werden erkannt und feinfühlig adressiert - mit definierten Grenzen, die schützen statt einschränken.
Bloom (1984) zeigte im „2-Sigma-Experiment", dass personalisierte Lernbegleitung mit direktem Feedback die Leistung um bis zu zwei Standardabweichungen steigern kann. Eine aktuelle Harvard-Studie (Kestin et al., 2025) bestätigt diesen Effekt für KI-basiertes Tutoring: In einem randomisierten kontrollierten Experiment verdoppelte ein pädagogisch gestalteter KI-Tutor den Lernerfolg gegenüber klassischem Präsenzunterricht.
Bloom, B. S. (1984). The 2 Sigma Problem. Educational Researcher.
Kestin, G. et al. (2025). AI tutoring outperforms active learning. Scientific Reports.
Von der Idee zum Go-Live in wenigen Wochen
Kick-off und Zieldefinition
Welche Situationen sollen Teilnehmerinnen üben? Welche Haltung soll Monda ausdrücken?
Content-Integration
Upload der Kursmaterialien ins Ailentis-Autorentool. Automatische Strukturierung, Feintuning.
Branding und Naming
Entwicklung des Namens „Monda" gemeinsam mit der Community. Anpassung von Sprache und Tonfall.
Technischer Go-Live
Einladungen an Teilnehmerinnen mit klarer Botschaft: „Monda ist eure KI-Begleiterin auf Augenhöhe."
Pilotphase: 2 Monate
Der 7-Tage-Durchschnitt der Interaktionen lag in der letzten Woche des Betrachtungszeitraums etwa doppelt so hoch wie in der ersten. Monda wurde mit zunehmender Vertrautheit stärker in den Führungsalltag integriert.
Das Konzept des „Situated Learning" (Lave & Wenger, 1991) sowie die Theorie des „Transfer-Appropriate Processing" (Morris et al., 1977) zeigen: Lernen ist besonders effektiv, wenn es kontextnah und praxisrelevant geschieht.
Lave, J., & Wenger, E. (1991). Situated Learning.
Morris, C. D. et al. (1977). Levels of processing versus transfer appropriate processing.
Was Teilnehmerinnen sagen
Unsere KI-Lernbegleiterin von Ailentis macht unsere Female Leadership Academy noch wirksamer. Sie verbindet Haltung und Technologie, lädt zum Sparring, Reflektieren und Ausprobieren der Inhalte ein und stärkt unsere Teilnehmerinnen im Führungsalltag genau im richtigen Moment. So gelingt es noch besser, das Gelernte direkt in die Praxis zu übertragen.
, Diana Becker, Strategy & Projects, Dear Monday
Es fühlt sich an, als ob ich mit einem echten Coach spreche. Ich fühle mich gehört und verstanden. Teilnehmerin
Love her! Weil sie nicht einfach Antworten liefert, sondern Rückfragen stellt. Teilnehmerin
Super Tool. Finde es toll, da einen geschützten Raum zum Sparring zu haben. Teilnehmerin
Ich habe Monda für Rollenspiele genutzt und nicht nur Aufgaben, sondern auch mehrere Arbeitssituationen und Gesprächsvorbereitungen mit ihr gemacht. Teilnehmerin
Lernpsychologisch sind solche risikofreien Übungsräume hoch effektiv: In Error-Management-Trainings fördern kontrolliertes Scheitern und sofortiges Feedback den Transfer deutlich stärker als fehlervermeidende Ansätze.
Keith, N., & Frese, M. (2008). Effectiveness of Error Management Training.
Hattie, J. (2009). Visible Learning.
Was Monda für Dear Monday bedeutet
Für Dear Monday ist Monda nicht nur ein didaktisches Experiment, sondern ein strategisches Produktmodul.
Stärkung der Markenpositionierung
Die Female Leadership Academy setzt sich als Vorreiterin im Einsatz wertebasierter KI ab.
Potenzial für zusätzliche Erlösmodelle
Ein KI-Lernbegleiterin als Alumni-Angebot könnte wiederkehrende Umsätze ermöglichen. Dear Monday und Ailentis prüfen diesen Ansatz aktuell gemeinsam.
Daten und Insights für die Programmentwicklung
Erstmals strukturierte Einblicke, welche Themen besonders nachgefragt werden.
Innovationsvorsprung im Wettbewerb
Als erste Anbieterin in ihrem Markt verbindet Dear Monday wertebasierte KI mit einem pädagogisch fundierten Programm. Das stärkt die Position als führende Weiterbildungsplattform für Frauen.
Lernbegleitung innerhalb der „Zone of Proximal Development" (Vygotsky, 1978) wirkt besonders nachhaltig, wenn sie adaptiv, situativ und unterstützend erfolgt.
Vygotsky, L. (1978). Mind in Society.
Ferguson, R. et al. (2022). AI in Learning Environments.
Was andere Trainingsanbieter mitnehmen können
Mit einem klaren Use Case starten
Der Fokus auf Führungssituationen ermöglichte präzise, hilfreiche Szenarien.
Haltung zuerst, Technik danach
Die Werte und Tonalität der Academy bestimmten die KI-Konfiguration, nicht umgekehrt.
Lernwirksamkeit und Businessmodell verbinden
Der beste KI-Einsatz ist einer, der zugleich didaktisch und kommerziell nachhaltig ist.
Iterative Verbesserung statt fertiges Produkt
Regelmäßiges Feedback von Nutzer:innen treibt kontinuierliche Optimierung an.
Personalisierte Lernsysteme fördern nicht nur kognitive Leistung, sondern auch die Motivation: Laut der Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan, 2000) steigt das Engagement, wenn Lernende Autonomie und Kompetenz erleben.
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The „what" and „why" of goal pursuits.
Was das Beispiel zeigt
Die Zusammenarbeit von Dear Monday und Ailentis zeigt: Spezialisierte Trainingsanbieter können heute aus bestehenden Kursinhalten einen KI-Lernbegleiter aufbauen, der nicht nur wirksamer macht, sondern auch die eigene Haltung transportiert. On-Demand-Sparring im Alltag, verlängerte Lernkurven und eine KI, die sich anfühlt wie ein Teil des Programms, weil sie es ist.
Die Frage ist nicht mehr, ob KI in der Weiterbildung eine Rolle spielt. Die Frage ist, wie man sie so einsetzt, dass sie Marke, Inhalte und Haltung stärkt.